Alexandria

Alexandria ist ein Teilprojekt des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) initiierten Forschungsprogramms THESEUS, in dem das Ziel verfolgt wird, Technologien und Anwendungen für eine neue internetbasierte Wissensinfrastruktur zu entwickeln. Hierbei ist Alexandria innerhalb von THESEUS ein Anwendungsfall, der sich direkt an die Endanwender im Internet richtet und – analog der gleichnamigen antiken Bibliothek – die Vision einer Wissensplattform im Internet verfolgt. Mittels der Alexandria-Plattform wird der Nutzer bei der Suche nach Inhalten auf möglichst einfach und intuitive Art und Weise unterstützt. Um das zu ermöglichen, kommen semantische Technologien zum Einsatz, die den Inhalten des Internets eine maschinenverständliche Bedeutungsebene zuordnen.

Ausgangspunkt und besondere Herausforderung dabei ist die wachsende Bedeutung der Internetnutzer in Web-2.0-Anwendungen auf der einen Seite. Sie nutzen nicht nur Suchmaschinen, Email und Chat, sondern werden ein aktiver Teil des Internets und bringen ihre Interessen und Erfahrungen mit ein. Auf der anderen Seite werden die zur Verfügung stehenden Technologien immer “intelligenter”. Sie können große Mengen an Inhalten verarbeiten, etwa auf Basis von Ontologien, die einen bestimmten Ausschnitt aus dem realen Leben in eine für den Computer verständliche Struktur überführen. Diese beiden Entwicklungen zusammenzuführen, so dass sich innovative Technik und menschliche Fähigkeiten optimal ergänzen und eine höhere Informationsqualität im Internet bieten, ist das Ziel von Alexandria.

Ein gutes Beispiel für diesen Aspekt ist das so genannte Tagging, die Zuordnung von beschreibenden Informationen (Metadaten) zu einem Dokument oder Bild. Grundsätzlich sind sowohl der Mensch als auch die Technik in der Lage dies zu tun. Beide Möglichkeiten haben Stärken und Schwächen, die sich aber möglicherweise durch eine Nutzung beider Ansätze optimieren lassen. So kann die Technik Schreibfehler ausgleichen, und der Mensch Fehldeutungen ähnlicher oder gleicher Begriffe besser erkennen. Genau an dieser Stelle setzt das Alexandria-Projekt an, indem es die Anwender in den Aufbau einer intelligenten und wissensbasierten Infrastruktur einbezieht.

Dem Forschungsvorhaben haben sich unter der Leitung von Lycos Europe mehrere namhafte Partner verschrieben, darunter zwei Bereiche der Siemens AG. Siemens Corporate Technology widmet sich zentral der Frage, auf welchem Wege sich von Experten aufgebaute Ontologien mit Folksonomies verknüpfen lassen. Für Siemens IT Solutions and Services stehen Forschungsarbeiten zur einfachen und intuitiven Nutzbarkeit einer solchen Plattform, Überprüfung und Erhöhung der Informationsqualität und Gestaltung einer aktiven Alexandria Community im Vordergrund. Die Deutsche Nationalbibliothek bringt ihre Bibliothekskompetenz in das Projekt ein. Lycos selbst entwickelt zentrale Teile der Konzeption und leistet die technische Umsetzung der Plattform.